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 Obstbaum KOMPAKT 

Arten und Sorten

Die verwirrenden Früchte werden uns erstmal noch weiter beschäftigen.

Zwei fast synonyme Begriffe stehen in der Überschrift, aber sie beschreiben völlig unterschiedliche Dinge. Die Art des Baums bezeichnet die biologische Herkunft, kurz gesagt. Im Detail geht das dann bis hin zur Gattung, Untergattung, Pflanzenfamilie usw. Das ist total nett und irre wichtig, wenn Sie sich tatsächlich mit der Biologie auseinandersetzen wollen - dafür gibt es hervorragende Nachschlagewerke, die dutzendfach überarbeitet und kopiert wurden.

Damit möchte ich hier aber nicht weiter langweilen.

Festzuhalten bleibt, dass die Art lediglich das beschreibt, was es in erster Linie ist.
Bei unseren Obstbäumen gibt es da Äpfel (malus), Birnen (pyrus) und Quitte (cydonia) beim Kernobst; und die Steinobstarten (prunus) Kirsche (avium), Pflaume (domestica), Aprikose (armeniaca) und Pfirsich (persica). Sonderlinge wie die Mispel (ebenfalls Kernobst) und andere "Randerscheinungen" lasse ich zum jetzigen Zeitpunkt mal noch unbetrachtet. Gleiches gilt für Nüsse.


Die Sorten bezeichnen - wie bereits früher erwähnt - das, was am Baum hängt (wie sieht die Frucht aus und welche Eigenschaften hat sie) und ein stückweit den Baum, an dem diese Frucht hängt (welche Wuchseigenschaften hat er, was stellt er für Ansprüche etc.)

Es gibt der Sorten gar viele, beinah unzählige möchte man meinen. Denn schließlich haben die Altvorderen überall mit den Bäumen experimentiert, in jedem Landstrich gibt es eigene Sorten, genau abgestimmt auf die jeweiligen Erfordernisse und die einzelnen Verwendungen. - Genauer müsste es leider heißen "es gab sie in jedem Landstrich" - Viele ältere und alte Sorten (diesen Unterschied mache ich bewusst und erläutere es zu einem späteren Zeitpunkt) sind mittlerweile tatsächlich verschwunden. Die Gründe dafür sind vielseitig: Anfälligkeiten für Krankheiten, nicht rentabel genug oder manchmal einfach nur Vergessen.

Mancherorts - so geschehen im Alten Land in den 50er Jahren - wurden die angestammten Sorten radikal ausgemerzt (teilweise gegen Prämien), um für lohnendere Neuzüchtungen Platz zu machen. Ein unaussprechlicher unwiederbringlicher Schaden an der Sortenvielfalt.

In alten Pomologischen Werken finden sich über 2000 Sorten, allein vom Apfel, und das sind nur die bekannteren, die es in diese Werke geschafft haben.
Doch warum gab es denn überhaupt so viele Sorten? Schaut man heute im Obstregal der diversen Anbieter sind es kaum noch 10.

Ein Hauptgrund ist wahrscheinlich im Nutzen, im Gebrauch zu finden. Das meiste Obst im Laden ist sogenanntes Tafelobst. Heißt: auf den Tisch, verzehrt, fertig.

In vielen Sorten-Beschreibungen finden sich aber auch heute noch die ursprünglichen Kategorien wie Mosten, Musen, Lagern, Einkochen, Backen. Tafelobst hieß früher übrigens Frischverzehr und ist darunter auch heute bei dementsprechenden Sorten zu finden.

Das heißt selbstverständlich nicht, dass das Obst früher nicht auch einfach so gegessen wurde. Allerdings lagen die Hauptverwendungen eben woanders.


Ich meine, wer von Ihnen schonmal versucht hat, mit einem gekauften Granny Smith einen Kuchen zu backen, wird sich sicher noch an die Enttäuschung erinnern - kein richtiger Geschmack, keine Konsistenz. Versuchen Sie doch das Ganze einfach mal mit einer passenden Sorte - dem Boskoop z.B. Der Unterschied wird Ihnen auffallen.

Dieses Beispiel lässt sich vielfach auf fast alle Arten übertragen, nur dass in unseren Breiten (Mitteldeutschland) die Vielfalt an Aprikosen oder Pfirsichen sicher nicht so groß ist, wie in Ungarn (z.B.)

Es gab Sorten, die nur zum Einkochen bestimmt waren. Äpfel und Birnen, die gegart oder gelagert werden MUSSTEN, um ihren Geschmack voll entfalten zu können. Nicht jede Pflaume kann ich auf den Kuchen legen, nicht jede Kirsche schmeckt als Saft.

Wir haben also die Verwendung, bleibt noch die Region, der Landstrich.


Natürlich wachsen Birnen, Äpfel, Pflaumen, Kirschen usw. landauf, landab. Doch gibt es bereits bei den Arten große Unterschiede in den Vorlieben. Nun kommen dazu noch die Befindlichkeiten der einzelnen Sorten - einfach gesagt: Wollte man im Vorgebirgsland einen Kirschen haben, mussten die Bäume den Gegebenheiten angepasst werden - erst über Auslesen und anschließend dann mit Veredelung weiterführen. Ein solcher Baum wird jedoch in der Mark Brandenburg überhaupt nicht klarkommen - und umgekehrt.

So entstanden über Generationen hinweg unzählige regional gebundene Sorten - angepasst an Boden und Klima und unterschieden nach Verwendung und Nutzen.

Die gezielte Sorten-Züchtung setzte erst im 18.Jahrhundert ein.

Die Früchte des Baums..
von HZ178957_20210407170552 15. Februar 2025
Früchte des Baumes...
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von HZ178957_20210407170552 15. Februar 2025
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von HZ178957_20210407170552 14. Februar 2025
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